Das heilige Jahr

Barmherzig wie der Vater

Das von Papst Franziskus ausgerufene „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ beginnt an jenem Tag, an dem vor 50 Jahren das Zweite Vatikanische Konzil beendet wurde.

Am Ende des Konzils galt es, den Geist, die Theologie und die Beschlüsse der Versammlung in die Ortskirchen zu bringen. Vielfältig ist das gelungen, und doch bleibt die Gabe, die das Konzil ist, bis heute auch eine Aufgabe. Es gilt, nicht ein Ende zu feiern, sondern die Weisheit des Konzils in die vor uns liegende Zukunft zu tragen. Das ist sicherlich auch ein wichtiger Grund, warum uns Papst Franziskus gerade jetzt einlädt, ein Heiliges Jahr zu feiern.

Zum „Heiligen Jahr“ gehört nach langer Tradition der Kirche stets auch die „Heilige Pforte“. Es wird eine Tür geöffnet: Symbol dafür, dass Gott neu zur Welt kommt und die Welt zu Gott kommt. Die Grundüberzeugung des christlichen Glaubens wird bekräftigt: Der Mensch ist von Gott geliebt und angenommen – auch mit seinem Versagen, seinem Scheitern, seiner Schuld. Gott ist wie der gute Vater im Evangelium von den zwei Söhnen, von denen der eine seine eigenen Wege gehen will und dann doch umkehrt, während der andere daheim bleibt, aber über die Nähe des Vaters im Letzten nicht froh ist. In uns können beide Söhne stecken. Wer wir auch sind: Gott öffnet wie der barmherzige Vater Tür und Tor, ja sein Herz, ja er kommt uns entgegen. Christus hat das bezeugt und vorgelebt, wir Christen sollen es ebenfalls bezeugen. Durch unsere eigene Haltung können und sollen wir Gottes Barmherzigkeit sichtbar machen.

Ich erhoffe mir vom Heiligen Jahr, dass in der Kirche inDeutschland, vor allem in den Gemeinden, noch mehr erfahrbar wird, wovon wir so oft reden: Das Antlitz der Barmherzigkeit wird sichtbar. Oder anders gewendet: Christus sehen und so die Liebe Gottes erfahren. Wir feiern in den Sakramenten die Nähe Gottes. Ich erwarte mir vom Heiligen Jahr Impulse für die Sakramente der Umkehr
und Vergebung und der eucharistischen Stärkung. In ihnen begleitet uns Christus vom Anfang bis zum Ende unseres Lebens. Sie sind nicht Belohnung für gutes Verhalten, sondern Geschenk, damit das Leben gelingt. Genauso gibt uns der Herr die Werke der leiblichen und der geistlichen Barmherzigkeit zur Stärkung mit auf den Weg.

Ich wünsche allen Gläubigen, auch allen Suchenden ein gesegnetes Heiliges Jahr der Barmherzigkeit. In diesem Heft werden Sie dazu Anregungen finden.

Weihbischof Ulrich Boom
Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz
für das Heilige Jahr der Barmherzigkeit

Arbeitshilfe zum heiligen Jahr [1.382 KB]

Silvesterpredigt von Bischof Bode

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