Theresienhaus

Liebe Gemeinde,

kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht!

2017 besteht das Theresienhaus bereits 20 Jahre
und bietet dank der Offenheit und Akzeptanz aller Glandorfer und dem Engagement der Mitarbeitenden bis zu 56 Menschen mit einer Suchterkrankung einen neuen Platz zum Leben. Die Bewohner und Mitarbeiter fühlen sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Theresienhospitals sehr wohl. Glandorf an sich bietet sehr gute Rahmenbedingungen mit Ärzten, Geschäften und Vereinen. Und die Freundlichkeit und Achtsamkeit der Glandorfer gibt jedem das Gefühl, akzeptiert und gut in den Ort integriert zu sein.

An dieser Stelle finden Sie Informationen zur Geschichte des Theresienhauses, zum heutigen Konzept und zur Einbindung in die Kirchengemeinde.

Persönlicher Blick hinter die Kulissen gewünscht?
Wenn Sie alleine oder mit Ihrer Gruppe oder Ihrem Verein an einem persönlichen Einblick in die Einrichtung interessiert sind, wenden Sie sich gerne an Martina Tranel, Leitung. Wir öffnen gerne unsere Türen für interessierte Personen und Gruppen: 05426/9494-11.

Ehrenamt – Freizeit gemeinsam statt einsam.
Wenn Sie Interesse an ehrenamtlichem Engagement und am Umgang mit Menschen mit einer seelischen Behinderung haben, dann informieren wir Sie gerne über Möglichkeiten in unserer Einrichtung. Wir bringen Sie und Ihre Fähigkeiten und Ihre Zeitspende mit Bewohnern zusammen. Wir sind überzeugt, dass beide „Seiten“ von den jeweiligen Lebenserfahrungen, Interessen und gemeinsamen Aktivitäten profitieren können.

Zur Geschichte – vom Hof Freese über Theresienhospital zum Theresienhaus.
Vor 150 Jahren vermachte Theresia Freese die Hofstelle an die Kirche mit der Vorgabe, eine Heilstätte für Bedürftige einzurichten - es wuchs ein Krankenhaus, das die medizinische Versorgung in Glandorf lange geprägt hat. Hier wurden Glandorfer Kinder geboren, Arbeitsunfälle oder beim Fussball erlittene Verletzungen versorgt - und Glandorfer wurden hier in ihren letzten Lebenstagen medizinisch betreut und würdevoll bis zum Tod begleitet.

Die Kapelle war dabei ein zentraler Ort um mit- und füreinander zu beten.

In den 1990ern brach dieser wichtige Bestandteil des Ortes weg: Einige von Ihnen erinnern sich sicherlich noch daran: auch wenn die wirtschaftlichen Gründe für die Schließung des Krankenhauses nachvollziehbar waren: Ängste und Ungewissheit standen sicherlich bei vielen Bürgern im Vordergrund: wie wird die medizinische Versorgung in Zukunft aussehen? Wie weit ist der Rettungsweg bei Notfällen und kann ich meine kranken Angehörigen noch regelmäßig besuchen? –Heute ist der Wegfall des Krankenhauses kein Drama mehr: der Besuch oder die Behandlungen den anderen Krankenhäusern der Region Landesgrenze nach Warendorf ist dank guter Mobilität kein Problem und die medizinische Versorgung vor Ort wird durch die Hausärzte vor Ort hervorragend sichergestellt…

Nachdem der erste Schock über den Wegfall des Krankenhauses überwunden war, ging es um die Nachnutzung: Ein Altenpflegeheim stand vermutlich bei vielen Glandorfern auf der Wunschliste, gleichzeitig wurde bereits am Haus Glandorf gebaut… Die Caritas hat sich schließlich für ein Wohnheim für chronisch Suchtkranke entschieden, was zunächst viele Diskussionen, Sorgen und Befürchtungen ausgelöst hat... Heute können wir auf einen gelungenen Wandel an der Krankenhausstrasse blicken.

Das Theresienhaus ist weiterhin eine Einrichtung der Caritas, genauer gesagt der Caritas- Reha und Teilhabe GmbH. Zusammen mit den beiden Fachkliniken Nettetal (Wallenhorst) und Hase-Ems (Haselünne) werden die Erfahrungen, Kompetenzen und vielfältigen Betreuungs- und Behandlungsangebote in Sachen Sucht innerhalb des Centrums für Rehabilitation und Teilhabe gebündelt.

Konzept - Was genau machen die da eigentlich mit den Suchtkranken?
30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen arbeiten heute im Theresienhaus, einige von Ihnen wohnen direkt hier in Glandorf mit ihren Familien.

56 Menschen mit langjährigen und schweren Verläufen ihrer Suchterkrankung, einem Koffer voller Erfahrungen im Scheitern und Wiederaufstehen, haben hier ein neues Zuhause gefunden – einige von ihnen leben bei uns seit Eröffnung des Hauses, einige erst seit wenigen Tagen. Alle haben das Ziel im Gepäck, möglichst lange Phasen ohne Suchtmittel zu erreichen, wieder eine kleine Aufgabe zu haben, nicht alleine zu sein, oder später einmal sogar wieder eigenständig leben zu können. In den fünf Wohngemeinschaften werden die Alltagsaufgaben wie Tisch decken und abräumen, Spülen, Einkauf, Sauberhalten der Gemeinschaftsräume untereinander geteilt. Die gemeinsamen Mahlzeiten sind wichtige Säulen im Tagesablauf, hier sieht man sich, spricht und lacht zusammen. Unser Mittagessen kommt aus dem Caritas St. Antonius Pflegeheim in Remsede, die auch die neue Tagespflege St. Johannis im Pfarrheim versorgen.

Viele unserer Bewohner stabilisieren sich körperlich und psychisch so gut, dass Sie nach ein oder zwei Jahren über einen Auszug nachdenken und vielleicht auch umsetzen. Das dies möglich ist, beweisen aktuell 40 Menschen: Sie haben sich aus dem sicheren Hafen des Hauses hinausbewegt und werden von uns in Stadt und Landkreis Osnabrück ambulant betreut. 12 Suchtkranke betreuen wir in eigener Wohnung oder Wohngemeinschaften hier in Glandorf. Sie sind gerne hier geblieben, weil sie sich nicht nur von uns Profis der Caritas sondern auch von den Menschen der Gemeinde akzeptiert fühlen. Die aktive und sinnvolle Gestaltung des Alltages ist besonders wichtig für die Aufrechterhaltung der Abstinenz. Daher nutzen viele der ambulant Betreuten die Beschäftigungsbereiche im Theresienhaus und helfen je nach Fähigkeiten und Interesse bei der Garten- oder Hausarbeit, halten den Hof sauber oder sind in der Holzwerkstatt, Wäscherei und Näherei oder in den Auftragsarbeiten eingesetzt. Einige haben inzwischen eine Beschäftigung im Ort gefunden – wir sind sehr dankbar für die vielen kleinen und größeren Jobmöglichkeiten, die in Glandorf zur Verfügung gestellt werden.

In unserer Wäscherei wird die Trainings- und Spielerkleidung der Mannschaften vom SC Glandorf gewaschen – ein toller Auftrag. Wenn in der Obdachlosenunterkunft Wäsche anfällt, erledigen wir das gerne für die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Die Kleiderkammer war Jahrzehnte in unserem Keller angesiedelt und hat tolle Verkaufsräume Am Thie erhalten, was eine längst überfällige Verbesserung der Bedingungen für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer darstellt. Dort kaufen auch gerne unsere Bewohner ein. Die Freizeit ist ebenso ein wichtiger Teil des Lebens: Unsere Bewohner nehmen –einige eher weniger, andere dafür um so mehr - teil am gesellschaftlichen Leben der Gemeinde: im Sportverein, beim Schwimmen, Kegeln, Einkauf, in der Selbsthilfegruppe des Freundeskreises, oder beim Pfarrfest usw. Das Umland erkundigen einige gerne mit dem Fahrrad und würden sich freuen, dies mit Gleichgesinnten aus dem Ort zu tun. Für die Begleitung und gemeinsame Freizeitgestaltung suchen wir noch ehrenamtlich engagierte Gemeindemitglieder.

Kapelle
2011 wurde die bereits erwähnte Kapelle zu neuem Leben erweckt: das Bistum, der Caritasverband und die St. Johannis Kirchengemeinde haben die Gestaltung, Renovierung und damit verbundene Kosten der Renovierung zusammen gestemmt: zweimal im Monat feiert die Gemeinde dort Eucharistie und Wortgottesdienst, seit zwei Jahren im Advent auch jeden Montagmorgen mit einer Rorate Messe und anschließendem einfachen Frühstück in unserem Besprechungsraum.

Danke!
Mit diesem Rückblick und kleinen Beispielen möchte das Theresienhaus allen Gemeindemitgliedern danken für die Bereitschaft, unseren Bewohnern ein attraktives Umfeld zu ermöglichen. Es macht zufrieden, die Gegenwart aktiv mitzugestalten, indem Sie sich den neu hinzugezogenen Menschen offen zuwenden und dabei helfen, sich im Ort zurecht zu finden. Es tut gut zu wissen, dass es hier Menschen gibt, die Unterstützung anbieten, wo dies notwendig scheint und die sensibel für die Suchterkrankung sind. So kann Glandorf und St. Johannis für unsere Bewohner zu einer neuen Heimat werden.

Martina Tranel
Leitung
MTranel@caritas-os.de
Telefon: 05426 9494-11

Freiwilligendienst im Theresien-Haus Glandorf

In jedem Fall ein Volltreffer für die berufliche Zukunft:
Im Theresienhaus leben 56 jüngere und ältere Menschen mit vielfältigen psychosozialen und körperlichen Beeinträchtigungen als Folge einer langjährigen Suchterkrankung.

Die Bewohner leben in Wohngruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und sind tagsüber in verschiedenen Beschäftigungsbereichen des Hauses eingesetzt. Dies ermöglicht eine sinnvolle und haltgebende Tagesstruktur.

Das Team wird unterstützt von jungen Erwachsenen, die vor einem Studium oder einer Ausbildung einen Freiwilligendienst absolvieren. Entweder als langer Dienst (BFD 12 Monate) oder auch in der 6monatigen Variante, dem Kurz-Freiwilligendienst.

Die Freiwilligen - liebevoll auch BuFDis oder FSJler genannt- unterstützen die Bewohner durch Fahrdienste zu Ärzten und Einkäufen, bei der Tagesstruktur in der Wohngruppe und bei der Erledigung alltäglicher Dinge. Pflegerische Tätigkeiten und Körperpflege sind dabei absolut ausgeschlossen. Im Beschäftigungsbereich und bei der Freizeitgestaltung finden sich weitere Einsatzmöglichkeiten entsprechend der Fähigkeiten und Interessen der Freiwilligen. Im und am Haus unterstützen sie bei kleineren Renovierungsarbeiten, Reparaturen und im Garten, es wir auch schonmal ein Kuchen gebacken. Die erfahrenen Mitarbeitenden stehen den jungen Menschen dabei mit Rat und Tat unterstützend zur Seite.

Ein Sprung ins kalte Wasser – … mit Rettungsring!
Der Weg zum Theresienhaus führt über eine Bewerbung bei der Arbeitsstelle Freiwilligendienst des Bistums Osnabrück und einen Hospitationstag in Glandorf. Wenn alles passt, startet im Spätsommer oder im Winter der Dienst in der Einrichtung.

Erfahrene Pädagogen begleiten die jungen Erwachsenen durch das gesamte Jahr. Zu Beginn des Freiwilligendienstes findet ein Begrüßungs- und Kennenlerntag statt: Ehemalige Freiwillige berichten von Ihren Erfahrungen und die anderen Mitstreiter werden kennengelernt. Zum Freiwilligendienst gehören auch fünf Bildungswochen zu Themen wie Ethik, Politik, Rechte und Pflichten, Persönlichkeitsbildung, Berufsorientierung und Fachspezifisches für den Einsatzbereich, z.B. zum Thema Sucht und andere psychische Erkrankungen. Die Seminare finden in Bildungshäusern des Bistums statt und sind für die Freiwilligen kostenfrei.

Im Theresienhaus werden die Freiwilligen von einem Mentor, einem erfahrenen Pädagogen begleitet. In regelmäßigen Gesprächen werden die Erfahrungen in der Arbeit mit den Bewohnern und Mitarbeitenden reflektiert, damit der Freiwillige auch in schwierigen Situationen nicht „baden“ geht. Überforderungen sollen vermieden und die Freude an den verantwortungsvollen Aufgaben gefördert werden. Gleichzeitig profitiert das Team durch den frischen Wind, den jeder junge Freiwillige mit in die Einrichtung bringt.

Kaffeetrinken und Spazieren- Fahren? … von wegen! Zwei linke Hände? Das war mal…

Unsere Freiwilligen berichten:
Im Kurzfreiwilligendienst habe ich meinen Berufswunsch festigen können und verdiene heute in der Nachtbereitschaft meinen Lebensunterhalt für das Studium.

Besonders stolz bin ich auf mein Projekt zur Suchtprävention im Abschlussseminar. Beruflich habe ich mit dem sozialen Bereich nichts zu tun – obwohl: im sozialen Kontakt mit Kollegen, Kunden und an der Uni merke ich jeden Tag, wie ich mich im Freiwilligenjahr persönlich weiter entwickelt habe: Ich kenne meine Grenzen und habe ein sympathisch-selbstbewusstes Auftreten.

In meinem Freiwilligendienst hatte ich die Möglichkeit herauszufinden, ob ein sozialer Beruf wirklich etwas für mich ist. Nach nun fünf Monaten kann ich bereits sagen, dass sich dieser Wunsch bestätigt hat. Ein Jahr Freiwilligendienst bedeutet auch Abstand vom schulischen Lernstress, was mir sehr gut getan hat. Trotzdem lerne ich in meinem BFD viel für mein späteres Leben und meine Grenzen besser kennen.

Architektur war nicht das Richtige für mich, in meinem Freiwilligendienst habe ich zwei verschiedene stationäre Suchthilfeeinrichtungen kennengelernt. In den Praxisphasen des Studiums lerne ich nun die ambulante Arbeit von Prävention in der Schule bis hin zur Beratung kennen
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Neugierig geworden?
Dann ruf an und hol‘ dir weitere Infos

Theresienhaus
Krankenhausstr. 8 - 49219 Glandorf
Telefon: 05426/9494-0
E-Mail: mtranel@caritas-os.de

Nimm Platz und werde Teil unseres Teams!

Die Kapelle im Theresienhaus

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