Team Obdachlosenunterkunft

Betreuung der Obdachlosenunterkunft:
Arnold Brandmann
Wacholderweg, 49219 Glandorf
Tel.: 05426/930633
eMail: uabrandmann@osnanet.de

Seit dem Jahr 2000 betreiben wir in unserer Kirchengemeinde unsere Obdachlosenunterkunft. Ehrenamtlich arbeitende Männer und Frauen haben sich damals entschieden, Notleidenden und Obdachlosen eine Herberge in Glandorf zu bieten. Unsere Unterkunft befindet sich in Glandorf in der Kolpingstraße.

Unterstützen Sie uns beim Betrieb unserer Obdachlosenunterkunft personell oder finanziell:

Ein Spendenkonto für die Obdachlosenunterkunft haben wir eingerichtet bei der Volksbank Osnabrück, IBAN: DE02 2659 0025 0021 2520 04, BIC: GENODEF10SV.

Eine Unterkunft zum Ausruhen

Freuen sich über die Dankbarkeit, die viele Obdachlose ihnen im Gespräch entgegenbringen (von links): Clemens Hülsmann, Arnold Brandmann und Agnes Sanning.

Glandorfer Team organisiert Übernachtungsmöglichkeit für Obdachlose

Glandorf. 290 Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr in der Obdachlosenunterkunft in Glandorf. In dem ehemaligen Schuppen, der im Jahr 2000 von vielen freiwilligen Helfern zu einer kleinen Wohnung mit Bett, Bad, Küche, Waschmaschine und Fernseher umgebaut und vor zwei Jahren um noch ein Schlafzimmer erweitert wurde, finden Obdachlose einen Platz zum Ausruhen.

„Sie können hier abschalten und ihre Wäsche säubern“, erklären Arnold Brandmann, Agnes Sanning und Clemens Hülsmann. Die drei Glandorfer gehören zum insgesamt 16-köpfigen ehrenamtlichen Team, das die Obdachlosen in der Unterkunft empfängt, für Gespräche da ist, die Daten der Gäste aufnimmt und die Zimmer reinigt.

Angefangen hatte alles bereits 1996. „Wir hatten einen strengen Winter und schafften eine Notunterkunft für Obdachlose“, erinnert sich Agnes Sanning, die damals im Pfarrgemeinderat war und zuerst zu zweit mit Christa Bollmann die Obdachlosenhilfe stemmte. „Bald bemerkten wir, dass das nicht ausreichte.“ Die größere Obdachlosenunterkunft, eine karitative Einrichtung der katholischen Kirche Sankt Johannis in Glandorf, die vier Jahre später dank großen ehrenamtlichen Engagements daraus entstand, stieß anfangs auf Widerspruch und Misstrauen in der Gemeinde. Viele Einwohner hätten laut dem Helfer-Team Angst davor gehabt, dass das Angebot nun zu viele Obdachlose nach Glandorf ziehe. „Mittlerweile wird das Projekt von allen Leuten in der Gemeinde getragen“, freut sich Arnold Brandmann.

Und es funktioniert bestens, dank der guten Organisation des Teams, das im Jahr 2012 beim Wettbewerb „Unbezahlbar und freiwillig“ den Niedersachsen-Sonderpreis für Bürgerengagement gewann. „Die meisten Gäste verlassen die Unterkunft in einwandfreiem Zustand“, wissen die Ehrenamtlichen. Mit vielen komme man schnell ins Gespräch und erfahre zum Teil von erschütternden Schicksalen und davon, wie schnell es gehen kann, auf der Straße zu landen. Auffällig sei, dass der Altersdurchschnitt der Obdachlosen immer weiter sinke.

Zweimal im Monat dürfen sich die Gäste für in der Regel ein bis zwei Nächte oder ein Wochenende einquartieren. Das Theresienhaus unterstützt bei der Reinigung ihrer Wäsche, wird neue Kleidung benötigt, hilft die Kleiderkammer. Anlaufstelle für die Obdachlosen, die in Glandorf ankommen, ist das Pfarrhaus, das Theresienhaus oder die Polizei, die dann an das Team der Obdachlosenunterkunft weitervermitteln. „Wo die Anlaufstellen sind, spricht sich unter den Obdachlosen schnell rum. Zudem steht es auch in der Straßenzeitung ,Abseits‘“, berichtet Brandmann, der genau wie seine Teamkollegen mit seinem ehrenamtlichen Einsatz ein Zeichen der Nächstenliebe setzen will.

„Auch andere Gemeinden sollten den Mut haben, solche Unterkünfte zu bieten“, findet das Team. Die Entfernungen zwischen den Obdachlosenunterkünften seien zu groß. Die nächsten gebe es erst in Melle oder GMHütte, weite Strecken für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Informationen für Leute, die auch helfen wollen, gibt es per Telefon unter 01 74/9 96 50 44.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 17.07.2014

Auf der Walz Ruhe und Sicherheit finden

INITIATIVE DER KATHOLISCHEN GEMEINDE FÜR OBDACHLOSE FEIERT ZEHNTEN GEBURTSTAG

Ein Bett, eine kleine Küche, eine Dusche, dazu Ruhe und Sicherheit, all das macht die Obdachlosenunterkunft in Glandorf so beliebt bei Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben und auf der Walz sind. Die Unterkunft im ausgebauten Schuppen des katholischen Pfarrheims gibt es seit zehn Jahren. Das wird gefeiert mit allen, die aktiv mithelfen, früheren Mitstreitern und Spendern, aber auch mit einigen Obdachlosen, die in den zehn Jahren eine ganz besondere Beziehung zu dem kleinen Ort am Weg zwischen Osnabrück, Münster und Bielefeld aufgebaut haben.

Einer von ihnen ist Manfred Müller, der vor zehn Jahren einer der ersten Gäste war und seitdem immer wieder kommt. „Hier kann ich mir etwas kochen, Wäsche waschen, einmal ausgiebig duschen und einfach Ruhe tanken“, so Müller, der aber auch die Menschen zu schätzen weiß, die hinter der Initiative stecken. Arnold Brandmann, Gründungsmitglied und Sprecher der Gruppe: „Aufgrund seiner Lage machten in Glandorf immer wieder Obdachlose Zwischenhalt. Keiner wusste, wo man sie unterbringen konnte.“

So beschloss man im Pfarrgemeinderat, den leer stehenden Schuppen am Pfarrheim umzubauen. Die Gemeinde Glandorf spendierte die Materialien, viele Handwerker halfen mit, das kleine Gebäude um- und auszubauen. Und dann fanden Brandmann und seine Mitstreiter auch noch einige Familien, die bereit waren, den Alltag mit einer Obdachlosenunterkunft zu meistern.

„Schließlich übernimmt man ja auch eine gewisse Verantwortung für die Menschen, solange sie bei uns zu Gast sind“, erklärt Mechthild Rocholl. Rund 2300 Überachtungen hatten die Glandorfer in ihrer kleinen Unterkunft in zehn Jahren. Jede Woche übernimmt eine andere Familie den Schlüssel und die Verantwortung. In dieser Woche ist sie Ansprechpartner für die Obdachlosen, sorgt dafür, dass frische Wäsche da ist, hat ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte, organisiert auch mal einen Arztbesuch oder den Besuch der Kleiderkammer, damit es einen neuen Mantel gibt.

Brandmann: „Wir als Kirchengemeinde könnten das gar nicht leisten, daher sind wir glücklich, dass viele Menschen uns mit Sach- und Geldspenden unterstützen. Die Obdachlosenunterkunft ist zu einem Teil der Gemeinde Glandorf geworden.“ Und die ehrenamtlichen Helfer würden sich freuen, wenn auch andere Gemeinden eine solche Unterkunft einrichten würden.

Wer nicht in eine unpersönliche Obdachlosenunterkunft in der Großstadt gehen möchte, erklärt Müller, der seit weit über zehn Jahren auf der Straße lebt, der findet die nächste Unterkunft dieser Art erst wieder in Melle. Clemens Hülsmann betont, dass die Glandorfer ihre Erfahrungen gerne zur Verfügung stellen würden. „Allerdings kann man nicht einfach die Obdachlosen zu uns abschieben, weil man im eigenen Ort keinen Platz hat“, betont Arnold Brandmann. Dafür sei man nicht eingerichtet.

Wie eine solche Einrichtung aussehen könnte, können sich Interessierte am Sonntag, 5. September, ansehen. Dann wird das zehnjährige Jubiläum ab 10.15 Uhr mit einem Hochamt in der Johanniskirche gefeiert, bevor es mit der Blaskapelle Schwege zum Pfarrheim geht, um zu feiern. Vielleicht ist dann auch Manfred Müller wieder da, denn Glandorf liegt ihm am Herzen: „Es laufen so viele Verrückte in der Welt herum, da genieße ich diesen sicheren Ort mit den netten Menschen richtig, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, etwas auf uns Obdachlose zu achten. Das tut einfach gut.“ Worte, die für die Arbeit von zehn Jahren entlohnen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 10.08.2010
Text und Bilder von Susanne Pohlmann

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